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Wolfgang Spahn

1. Was bedeutet Kunst für mich?

Das ist natürlich eine große Frage, die sich nur schwer in zwei Sätzen beantworten lässt.
Zunächst einmal spreche ich hier bewusst als Medienkünstler.

Mir scheint es von zentraler Bedeutung zu sein, Medienkunst nicht losgelöst von anderen zeitgenössischen Kunstformen zu betrachten, sondern sie ausdrücklich im Kontext der bildenden Kunst zu verorten. Das bedeutet, dass ich Medienkunst als eine Kunstform ansehe, die einerseits von denen, die sie ausüben, spezielle Fähigkeiten im Umgang mit bzw. in der Anwendung von Technologien erfordert. Andererseits halte ich es für unabdingbar, sich als Medienkünstler zugleich innerhalb der Diskurse zeitgenössischer Kunst zu positionieren. Mir scheint, dass es da in den letzten Jahren zu einer Verschiebung gekommen ist, weg von einer Verortung innerhalb der bildenden Kunst und hin zu einer sehr offensiven Haltung als eigenständige Medienkunst. Und auch, wenn diese Entwicklung einige sehr positive Effekte hatte, scheint es mir an der Zeit zu sein, sich wieder stärker mit Diskursen innerhalb der bildenden Kunst auseinander zu setzen. Und so zu einer Betonung des künstlerischen Aspektes zurück zu finden. In gewissem Sinn würde das auch eine Tradition betonen, in dem es nämlich an die Ursprünge der Medienkunst anknüpft. Ich denke hierbei an Künstler wie Nam June Paik, der in seinen Arbeiten sowohl die Grenzen der Technologie künstlerisch ausgelotet hat, als auch sich selbstverständlich innerhalb avantgardistischer Strömungen der bildenden Kunst (Fluxus) verortet hat.

Aber ich möchte noch einmal auf den ersten Aspekt zurückkommen. Mit „speziellen Fähigkeiten der Künstler“ meine ich nicht nur die Kompetenz, gegebene Technologien oder Medien souverän anzuwenden, sondern darüber hinaus das Talent zu einem virtuos-kreativen Umgang mit Technologie, fast möchte ich sagen: Lust an einer respektlosen Haltung gegenüber Technologie. Also ein darüber hinausgehen, was als Verwendung der Produkte intendiert ist, zugespitzt formuliert wäre das eine posttechnologische Haltung. Insofern verstehe ich Medienkunst in doppelter Hinsicht als eine Kunstform, die im Spannungsfeld zwischen Ausloten von Technologie/ modernen Medien einerseits und zeitgenössischer Kunst andererseits angesiedelt ist.

Vita

lebt und arbeitet seit 1994 als Medienkünstler in Berlin. Seine Schwerpunkte liegen auf interaktiven Installationen, Videos, Projektionen und der Diamalerei. Er studierte Mathematik und Soziologie in Regensburg und in Berlin. Er gründete 1998 die Siebdruckwerkstadt „Druck Machen“ im Kunsthaus Tacheles und war Mitarbeiter im Kulturverein Schokoladen und Kunsthaus Meinblau. Neben vielen Einzellausstellungen und Auftritten mit seinen Projektionen nahm er an einer Vielzahl von nationalen und internationalen Ausstellungen (z.B.: 2000 Biennale der jungen Kunst in Genua, 2005 Biennale in Prag, 2010 Biennale der Miniaturkunst in Belgrad), sowie zahlreichen Medienkunstfestivals (z.B.: PIXEL09 in Bergen, Internationales Klangkunstfest 2009 in Berlin, OHpen Surface 2009 in Malmö) teil.

www.dernulleffekt.de


Veranstaltungen dieses/r Dozenten/-in:


am 04.03.2016 - Intermediale Ästhetik mit dem Arduino I

am 25.02.2017 - Plastisches Gestalten mit dem 3D Druck

Veranstaltungen dieses/r Dozenten/-in:


am 03.03.2017 - Full-HD-Art-Cam mit dem Raspberry Pi

am 10.03.2017 - Intermediale Textilkunst

am 09.06.2017 - Audio und Video mit dem Raspberry Pi

am 24.06.2017 - Plastisches Gestalten mit dem 3D Druck

am 07.07.2017 - Intermediale Ästhetik mit dem Arduino II

am 21.07.2017 -   Analoge Synthesizer
  

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