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Kulturelle Bildung - partizipative Projekte / eine neue künstlerische Praxis - Mona Jas


ZEIT
10.09. von 16-21 Uhr und 11.09.2010 von 11-17 Uhr + Anspruch auf eine Stunde Fach-Coaching
ORT
Bildungswerk des bbk berlins, Köthener Str. 44, 10963 Berlin
KOSTEN
70 €
INFO

TEILNEHMERZAHL
8 / 12

Neben den Voraussetzungen zur Umsetzung eines Kunstprojekts an Schulen, wie die Beantragung von Fördermitteln, sollen die Möglichkeiten verschiedener Formate vermittelt werden.
Die Positionierung der beteiligten AkteurInnen wird reflektiert. Ein bewusstes Herangehen an die besonderen Umstände des gesellschaftlichen Raums „Schule“ ist ebenso Grundlage, wie die Analyse der eigenen Handlungsmöglichkeiten als KünstlerIn. Die Positionen und Erwartungen der SchülerInnen werden untersucht, sowie die spezifische Situation der LehrerIn betrachtet.

1. Tag

I. Schwerpunkte:
1) Reflexion der künstlerischen Praxis im Zusammenhang mit Kunstprojekten an Schulen. Welche Chancen bieten Kunstprojekte an Schulen für die eigene künstlerische Entwicklung? Gibt es Hindernisse? Wenn ja, woran liegt das und wie können die Bedingungen entsprechend verändert werden? Oder, anders ausgedrückt: Gibt es den Idealzustand, in dem ein Kunstprojekt KünstlerInnen einerseits ökonomisch unterstützt und andererseits inhaltlich in der eigenen Arbeit „weiterbringt“ ?
2) Politische Positionierung. Von KunstlehrerInnen als „billigere“ Alternative gefürchtet, von KollegInnen hingegen eher abqualifiziert als SozialarbeiterInnen ohne Festanstellung: Für die Anerkennung von Kunstprojekten mit Kindern und Jugendlichen als Erweiterung der eigenen professionellen, künstlerischen Praxis muss am öffentlichen Bewusstsein gearbeitet werden.
II. Inhalte:
1. Grundlagen:
a) Wie erhalten KünstlerInnen eine Projektförderung für ein Kunstprojekt mit einer Schule (Förderungen der Bezirke und des Landes Berlin, Kooperation mit Kunstinstitutionen, Sponsoring)?
Methoden: Vortrag, Erfahrungsaustausch, gemeinsame Recherchen
b) Wie wird ein Kunstprojekt für eine Schule inhaltlich und formal (Beteiligte, Zeit, Ort, Material, Themen) erarbeitet? In welcher Weise spielt hier die eigene künstlerische Praxis eine Rolle?
Methoden: Reflexion der künstlerischen Positionen, Diskussion und gemeinsame Analyse der Beiträge, gemeinsame Entwicklung erster Konzepte.
2. Formate:
Welche Kunstprojekte mit Schulen sind möglich? Ist eine langfristige Kooperation mit einer Schule ein Vorteil für die eigene künstlerische Praxis? Wie lassen sich die unterschiedlichen Strukturen – von Künstleralltag und Schulalltag – miteinander verbinden?
Methoden: Anhand durchgeführter Projekte werden die unterschiedlichsten Möglichkeiten vorgestellt, von langen, unterrichtsbegleitenden Kunstprojekten bis hin zu einmaligen Aktionen. Präsentation, Recherche, Diskussion.
3. Praxis:
Wie können KünstlerInnen die Begegnung der SchülerInnen mit ihnen, miteinander und mit der Kunst choreografieren? Gibt es hier Grenzen, „Tabus“, die zu beachten bzw. mitzudenken sind? Kann die besondere Praxis innerhalb von Kunstprojekten „Schule“ verändern?
Methoden: Gemeinsame Erprobung (z.B. aus dem Bereich der Theaterpädagogik), verschiedener Elemente eines Kunstprojekts. Ausarbeitung und Präsentation konkreter Projekte. Es gibt keine Einschränkung von Techniken, vielmehr wird die Verbindung unterschiedlicher Techniken angeregt (z.B. Videoarbeit und Malerei oder performative Arbeit und Skulptur) und in Bezug auf ihr Potential für die SchülerInnen diskutiert.

2. Tag

Fortführung von 3. Praxis

4. Evaluation:
Was haben KünstlerInnen konkret von einem Kunstprojekt mit einer Schule? Bereichert diese Erfahrung die eigene künstlerische Praxis? Kann der Handlungsraum erweitert werden? Was haben die SchülerInnen von einem Kunstprojekt mit einer KünstlerIn? Können sie in einem Projekt mit anderen Ideen in Berührung kommen, ihr Gesichtsfeld erweitern, Selbstbewusstsein und Kreativität entwickeln? Wie stellt sich das Projekt für die LehrerIn dar? Ist die KünstlerIn KonkurrentIn? Unterstützung? Weiterbildung?
Methoden: Verschiedene Formen der Evaluation werden beispielhaft erörtert. (Ziele der Evaluation, ihre „Neutralität“, transdisziplinäre Zusammenarbeiten mit wissenschaftlichen Institutionen). Diskussion, Analyse, gemeinsame Entwicklung neuer Möglichkeiten der Evaluation.
5. Dokumentation:
In welchen Formaten ist eine nachhaltige Sicherung der Ergebnisse eines Kunstprojekts mit Schulen sinnvoll? Welche Zielgruppen gibt es für Publikationen in diesem Bereich?
Methoden: Dokumentationen im Druck- und im Webbereich werden präsentiert, Gestaltungsmöglichkeiten analysiert. Hier anknüpfend wäre eine Zusammenarbeit mit anderen Seminaren/Workshops des bw sinnvoll (z.B. HTML, Photoshop).

Fach-Coaching:
Die teilnehmenden KünstlerInnen können in meinem Seminar ein eigenes Projekt entwickeln, beantragen und / oder durchführen. Ich sehe meine Aufgabe als Dozentin hier jede/n individuell zu beraten und zu unterstützen. Je nach Bedarf stehen Beratungen in Bezug auf Antragsstellung, Entwicklung von Konzepten, Knüpfung von Kontakten zu Schulen und Kunstinstitutionen, konkrete Anregungen und Ideenfindung bei einer sich ergebenden Durchführung eines Projekts im Zentrum. Diese intensive Einzelbetreuung käme zu den Seminarstunden hinzu.